CSR ist ein komplexes Thema und die Gestaltung oft unklar. Im Zuge der zunehmenden Diskussion, was es ist, was es bringt und wie es geht, werden häufig Beispiele vorgestellt, wie andere Unternehmen CSR praktizieren. Auf verschiedenen Veranstaltungen wird über den Einsatz von regenerativen Energien, über personalpolitische Maßnahmen oder gesellschaftliches Engagement referiert. Dazu gehört auch, die Erfolge und Effekte zu zeigen, die sich daraufhin eingestellt haben: Beeindruckende Energie- und Kosteneinparungen oder eine höhere Ausbildungsquote beispielsweise.
Diese Beispiele haben eine wichtige Funktion: Sie regen zum Nachdenken und Nachmachen an. Sie geben wertvolle Impulse und zeigen, wie CSR konkret aussehen und was es bringen KANN. Aber kaum ein Beispiel ist unmittelbar für das eigene Unternehmen umsetzbar. Mittelständische Unternehmen verfügen z.B. nicht über die personellen Spielräume von Großunternehmen, viele personalpolitische Maßnahmen sind gar nicht umsetzbar. Auch hat nicht jedes Unternehmen die Möglichkeit, seinen Produktionsausschuss direkt zu verheizen und damit Strom für den Produktionsprozess zu gewinnen. Und nicht jedes gesellschaftliche Engagement passt glaubwürdig zu jedem Unternehmen. Durch Nachahmen der Beispiele lassen sich folglich auch nicht die vorgestellten Ergebnisse erreichen.
Die entscheidenden Fragen bei CSR sind “Was will ich erreichen?” und “Wie kann mir CSR dabei helfen?”. Damit CSR nicht nur Umwelt und Gesellschaft, sondern auch dem eigenen Unternehmen etwas nutzt, muss jedes Unternehmen seine eigene CSR-Strategie und individuelle Maßnahmen und Projekte entwickeln. Beispiele, wie es andere gemacht haben, sind wichtige Impulse – und jeder sollte sich aufgefordert fühlen, seine eigene CSR-Strategie zu entwickeln.
Ihr
Dr. Thomas Salmen
